Wöchentliche Zeitschleife: Ernsthafter Spaß

Teilen1 Kommentare

Ah, Frühlingsduft liegt in der Luft! Regen fällt, Blumen erblühen. Und wenn man die Augen schließt, kann man den frischen Leim riechen, mit dem die Entwickler Wackelaugen auf alles pappen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Das kann nur eines bedeuten: Es ist Zeit für Underwatch.

Jedes Jahr steckt Team 4 die Köpfe zusammen, um einen kompletten Patch voller Unfug zu erstellen, um der Overwatch-Community Freude und ein wenig Chaos zu bringen. Aber sich einen solchen Spaß mit unseren Lieblingshelden zu erlauben, ist mehr Arbeit als man denkt. Heute führen euch die Entwickler durch den Prozess, wie der Unfug-reichste Patch des Jahres zustande kam.

Den Klamauk kreieren

Ungewöhnliche Patches nehmen einen ausgesprochen gewöhnlichen Anfang: Normalerweise rufen wir alle, die vermutlich an der Entwicklung teilhaben werden, schon mehrere Saisons vor der angedachten Veröffentlichung zu einem großen Meeting zusammen. Nachdem ein Kernteam von Engineers, Designern und Producern administrative Entscheidungen getroffen hat, geht der eigentliche Spaß los.

Dann werden Mitglieder von Team 4 zum Brainstorming eingeladen, um ihre Ideen für den nächsten ernsthaft ernstfreien Overwatch-Patch vorzustellen. Diese Ideen reichen von geringfügigen Heldenanpassungen bis hin zu absolut irrwitzigen Vorschlägen. Zu diesem Zeitpunkt ist alles erlaubt, um kreatives und wahnsinniges Denken zu fördern. Wie wäre es, wenn Lúcios ultimative Fähigkeit alle in Reichweite tanzen lässt? Auf die Liste damit.

Das Kernteam sucht dann einige Ideen für jeden Helden aus, mit Fokus auf diejenigen, die sie am spannendsten finden. Sie sammeln auch Vorschläge, die witzig genug sind, um Programmier- oder Entwicklungslösungen für ihre Erschaffung zu suchen. Dann werden die Ideen mithilfe von existierenden Assets implementiert und ein Testbuild für den Rest von Team 4 erstellt, um sie auszuprobieren.

Durch die Zusammenarbeit kommen schnell Remixe und Variationen zustande, die dem Kernteam mehr Arbeitsmaterial geben. Der Prozess, diesen Extra-Schabernack zu programmieren, zu testen und zu implementieren, wird dann wiederholt, bis die Entwickler einen ordentlichen Basisbuild haben, auf dem sie aufbauen können.

Bei solchem Teamwork entsteht jede Menge Material für Memes, und bei Patches wie Underwatch erst recht. Neben den Engineers sind Designteams für visuelle Effekte und Sound von Anfang an involviert. Wenn der Patch etwa zur Hälfte fertig ist, stößt der Rest der Kavallerie dazu: Designer für Benutzeroberfläche, zusätzliche Engineers und mehr Mitarbeiter stürzen sich in die Arbeit. Sobald die meisten Änderungen feststehen, wird das Animation-Team dazu geholt. Das ursprüngliche Kernteam von fünf bis zehn Leuten wächst immer weiter, bis das gesamte Team 4 eine Gelegenheit für Playtests und Feedback bekommt.

OW_Underwatch_002.png

Den Blödsinn balancen

Ihr könnt euch sicherlich denken, dass es erschreckend einfach ist, das Balancing (und damit den Spaß) bei so einem Modus zu verpatzen, wenn das Ziel ist, auf neue, schwachsinnige Wege Spaß zu haben. Es ist auch ziemlich leicht, Overwatch aus Versehen kaputtzumachen, was unseren Entwicklern zugegebenermaßen bei frühen Iterationen solcher Patches in der Vergangenheit passiert ist.

Die Entwickler vermeiden den gefürchteten Servercrash, indem sie die verfügbaren Parameter im Hinterkopf behalten. Jeder Held hat eine bestimmte Anzahl an Assets, die zur selben Zeit im Spiel sein können. Manche Helden haben eine niedrigere Anzahl, andere eine höhere. Wenn ein Held eine simple Grundausstattung ohne viel Drum und Dran hat, gibt das dem Team mehr Freiraum, sich mit zusätzlichen Assets auszutoben. Für Helden mit komplexeren Sets oder standardmäßig höherer Menge an Asset sind die Möglichkeiten für deutliche physische Änderungen stärker begrenzt. Das bedeutet aber nicht, dass sie von Kapriolen verschont bleiben, denn unsere Entwickler suchen immer Wege, die Grenzen auf unterschiedliche Weise auszureizen.

Aber dem Balancing ist mit „Macht einfach nicht das Spiel kaputt, Team“ noch lange nicht genüge getan. Bei der Überprüfung der Umsetzbarkeit dieser wahnwitzigen Ideen gilt es, nicht nur die Programmierung, sondern auch die kollektive Geduld der Community intakt zu lassen. Einige wirklich witzige Änderungen sind eine reine Qual, wenn man gegen sie spielt. Stellt euch mal vor, Orisa würde sich 100 % schneller als alle anderen bewegen, weil sie 100 % mehr Beine hat als der Rest des Kaders. Klingt erstmal witzig, aber wenn man Orisakart als Gegner hat, vergeht einem plötzlich das Lachen.

Zum Glück zeigen wiederholte Spieltests solche Reibungen auf und die Änderungen an den Helden werden entsprechend nach oben oder unten angepasst, wie in jedem anderen Overwatch-Patch auch. Euch wird auffallen, dass Wrecking Ball in Underwatch eine deutlich beträchtlichere Form annimmt, die ihn von außen unaufhaltsam erscheinen lässt. Damit er nicht zum Nagerkönig des Universums wird, wurde seine Bewegungsgeschwindigkeit auf die eines handelsüblichen Felsbrockens reduziert. Alles in Maßen.

Unser liebster Cowboy, Cole Cassidy, erhält auch ein maßvolles Update in Underwatch: Jedes Mal, wenn ihr „Howdy“ sagt, feuert er mit seinem Finger eine Friedensstifter-Patrone ab. Aber da das an einen Spruch gebunden ist, gelten die üblichen Spamregeln, damit er nicht um freundlichsten Attentäter der Welt wird. Es ist eine simple, aber urkomische Änderung, die ein Favorit vieler Entwickler geworden ist. Ein anderer Favorit ist für Gorillawissenschaftler Winston. Aber da müsst ihr selber rausfinden, was es damit auf sich hat.

Den Unfug umsetzen

Die Entwickler bekommen selten Gelegenheit, ihre unsinnigsten Ideen umzusetzen. Für sie gibt es kein besseres Ventil als Patches wie Underwatch und seine Vorgänger, um ihre wildesten Träume zu verwirklichen. (Und manchmal auch Alpträume. Der doppelte Torbjörn hat mehr was von einem Nachtmahr, aber die Pointe sitzt.)

Neue und absurde Wege zu finden, in Overwatch Spaß zu haben, ist für uns immer ein frischer Frühlingswind. Hoffentlich geht es euch genauso. Tobt euch dieses Jahr in Underwatch aus und schickt uns auf jeden Fall eure besten (oder fiesesten) Clips in den sozialen Medien!

1 Kommentare