In etwa wöchentliche Zeitschleife: Immer höher, kein Zurück

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Manche Helden betreten das Overwatch-Universum in Dunkelheit gehüllt. Sie lauern in den Schatten und warten auf den perfekten Moment zum Zuschlagen.

Aber Sierra Woods? Sie ist da anders. Wenn euch ihre neonpinke Drohne beim Start von Saison 2 noch nicht aufgefallen ist, dann bestimmt ihre knalligen Granaten und ihr zuckersüßer Südstaaten-Slang. Ganz gleich, ob steile Gipfel oder Talons neueste elende Schergen – Sierra stellt sich ihrer Verantwortung und ihren eigenen Geheimnissen mit unerschütterlicher Laune und einer gesunden Dosis Selbstvertrauen.

Ich habe mit dem Story-Team gesprochen, um herauszufinden, wie es diesen Sonnenschein gemeinsam mit anderen Teams in die Handlung von Overwatch eingebaut und dabei ein Geheimnis aufgedeckt hat, das die Geschichte noch lange prägen könnte.

Ein roter Faden

Frühe Konzept-Meetings für Held 51 beinhalteten die Idee eines Helden aus den USA mit Militär-Hintergrund. Senior Narrative Designer Jude Stacey erkannte darin schnell die Chance, einen zentralen Bestandteil der Hintergrundgeschichte von Overwatch weiter auszubauen: das Supersoldatenprogramm. Seit der Ankündigung von Overwatch im Jahr 2014 gehören auch Jack „Soldier: 76“ Morrison und Soldier: 24 (heute besser bekannt als Reaper) zu seinen Absolventen.

„Wir haben das Thema bereits mit Illari und Soldier: 76 aufgegriffen, die inzwischen ihr eigenes kleines Abenteuer erleben. Aber wir wollten tiefer in die Ursprünge dieses Programms eintauchen“, erklärte Jude. Die noch nicht erzählte Geschichte von Soldier 00 – der ersten Empfängerin des Serums – hat das Team fasziniert. Vor allem die Frage, wie ihr Leben nach den Experimenten weitergegangen sein könnte.

Bei unserer ersten Begegnung mit Sierra in der aktuellen Erzählung, ist sie bereits seit zwölf Jahren auf der Suche nach ihrer verschwundenen Mutter. Die Overwatch-Community begleitet sie auf diesem Weg, indem sie Hinweise aus der Handlung im Spiel und Sierras Motion Comic Stück für Stück zusammensetzt. Die Hintergründe von Kendra Woods (oder Banks, bevor sie untertauchte) durch die Augen ihrer Tochter zu enthüllen, eröffnete dem Team eine einzigartige Perspektive, die Geschichte einer Overwatch-Agentin der nächsten Generation zu erzählen.

Die meiste Zeit ihres Lebens ahnte Sierra nicht, dass sie über besondere Fähigkeiten verfügt. Für sie waren ihre schnellen Reflexe und ihr scharfer Verstand einfach das Ergebnis dessen, was ihre Mutter sie gelehrt hatte. Anders als Wuyang und Anran war für sie keine jahrelange Ausbildung nötig, und sie stammt auch nicht wie Juno von einem anderen Planeten. Was sie jedoch geerbt hat, sind nicht nur Fähigkeiten, sondern auch die Gefahren, die diese mit sich bringen. Dass sie den Rätseln und Konsequenzen ihrer Herkunft mit Selbstvertrauen und Lebensfreude begegnet, macht den Kern ihrer Geschichte aus.

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Ein stolzes Gemeinschaftsprojekt

Sierra hat mit ihrer Mutter die USA bereist, mit ihrem Vater die höchsten Gipfel erklommen und ihr volles Selbstvertrauen im Kreis ihrer Teamkollegen des Summit Squad gewonnen. Sie ist ein echtes Mosaik aus all den Menschen, die sie geprägt haben, und wie so oft gilt: Die Kunst imitiert das Leben. Die lebhafte Sierra Woods ist das Ergebnis unzähliger Mitwirkender aus dem Overwatch-Team und darüber hinaus.

Eine lebhafte und authentische afroamerikanische Heldin ins Spiel zu bringen, war bereits seit Jahren einer der größten Wünsche der Overwatch-Community. Auch im Entwicklerteam bestand dieser Wunsch – und Heldin 51 bot die perfekte Gelegenheit, eine Figur zu erschaffen, die stark von ihrer Kultur und ihrer Familie geprägt ist.

Mehrere Designer im Story-Team haben im Süden der USA gelebt oder Zeit dort verbracht und ihre Erfahrungen direkt in Sierras Geschichte einfließen lassen. Um kulturelle Authentizität zu gewährleisten, wurde außerdem Blizzard’s Black Employee Network eingebunden. Gemeinsam arbeiteten sie an allem – von Sierras Stil über ihre Frisur bis hin zu ihrem Sprachgebrauch, der Einflüsse aus afroamerikanischem Englisch (AAVE) und regionalen Südstaaten-Dialekten verbindet.

Sierras Herkunftsregion blieb zunächst bewusst vage und erst mit dem Casting der Sprecherin nahm ihre Identität klarere Formen an. Als Khaya Fraites, gebürtig aus Virginia, die Rolle übernahm, fand Sierra schließlich im wahrsten Sinne des Wortes ihre eigene Stimme. Das Team entschied sich außerdem dafür, Sierra nach dem Verschwinden ihrer Mutter bei ihrem Vater in Virginia leben zu lassen, und schuf damit eine glaubwürdige Grundlage für ihren markanten Akzent.

Sowohl Khaya als auch das Black Employee Network brachten sich intensiv in Sierras Sprüche ein. Das zeigt sich besonders darin, wie Sierra je nach Gesprächspartner zwischen Sprachstilen wechselt. Spricht sie mit Helden, die ihr sympathisch sind oder die einen Südstaaten-Akzent haben wie Ashe oder Cassidy, tritt ihr eigener Akzent deutlich stärker hervor als im Umgang mit jemandem, den sie weniger mag. (Nichts für ungut, Reaper.)

„[Es war] Wichtig für uns, dass sie sich authentisch anfühlt: jung, modern und so, wie eine junge schwarze Frau in den USA tatsächlich sprechen und auftreten würde“, sagte Jude. Die feinen, aber wirkungsvollen Anpassungen, die Khaya an Sierras Dialogzeilen vorgenommen hat, haben dabei maßgeblich geholfen. Im Bezug auf Kendra schlug Khaya vor, dass Sierra nach außen hin „Mother“ (Mutter) sagt, im persönlichen Kontext, etwa im direkten Gespräch mit ihr oder in Gedanken, jedoch „Momma“ verwendet, wie man es auch in ihrem Motion Comic sehen kann. Auch einem der ikonischen Sprüche aus Sierras Gameplay-Trailer verlieh Khaya ihren unverwechselbaren Elan: Läuft ja wie am Schnürchen!

Eine Extraportion Lebenslust

Auch wenn sie von einer Supersoldatin abstammt und in 25 Jahren mehr von der Welt gesehen hat als andere in ihrem ganzen Leben, ist das nicht das, was Sierra von anderen Overwatch-Helden unterscheidet. Was sie wirklich ausmacht, ist ihre Fähigkeit, selbst die schwierigsten Gipfel (im wörtlichen wie im übertragenen Sinne) mit einer guten Dosis Frohsinn zu meistern. Und genau das ist vom Story-Team ganz bewusst so angelegt.

„Wenn ich an Sierra denke, sehe ich jemanden vor mir, der oben auf einem Berg steht, tief die frische Luft einatmet und direkt den nächsten Aufstieg plant“, sagte Jude.

Das Story-Team hat Sierras Charakter gewollt mit spürbarer Lebensfreude durchzogen, um einen Kontrast zum klassischen Bild einer kompromisslosen Helix-Soldatin zu bilden. Am deutlichsten zeigt sich das bei ihrer treuen „Begleiterin“ Dorothy – einer personalisierten robotisch operativen Transit-Hilfseinheit, verziert mit einem handgeschriebenen Spitznamen und einem Schmetterlingssticker. Um ein paar Communityfragen beizukommen: Dorothy ist nicht empfindungsfähig – einfach nur ziemlich cool. „Sierra macht ihren Job schon eine ganze Weile und hat aus der Standardausrüstung [von Helix] jede Menge herausgeholt“, sagte Jude.

Trotz ihrer Vorliebe für alles Pinke und ihrer Begeisterung für die fast schon unverschämt niedlichen Wüstenkärpflingen ist Sierra alles andere als ein leichtes Ziel. Zwischen ihren Sprüchen befinden sich immer wieder klar militärische Kommandos, die eher an Sojourn oder Pharah erinnern, vor allem dann, wenn sie ihr Team über Positionen und Bewegungen informiert. Ein Aspekt, den das Story-Team nach dem Austausch mit dem Black Employee Network besonders betont hat, ist Sierras Stolz auf sich selbst und auf ihr Können.

Sierra bietet den Gefahren und Machtspielen der chaotischen Welt von Overwatch mit unerschütterlichem Optimismus die Stirn. „Sie ist nicht nur für die Spieler ein echter Lichtblick, sondern für die gesamte Overwatch-Heldenriege“, sagte Jude. „Und ich bin gespannt, welche Geschichten wir durch sie noch erzählen können.“

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